CIRCULAR INSIGHTS DAYS

Cases und Casegeber:innen 2026

Auch 2026 spannen die Cases einen weiten Bogen. Von der Limonade aus der Region, die ihre Community in Entscheidungen einbinden will, über zirkuläres Sanieren im Wuppertaler Norden und austauschbare Komponenten in der Schuhindustrie bis hin zur richtigen Entsorgung von Einweg-Lithium-Ionen-Batterien. So unterschiedlich die Ausgangslagen sind, so verwandt ist die Frage dahinter: Wie lassen sich Produkte, Gebäude, Stoffströme und Engagement so gestalten, dass Materialien, Werte und Wirkung im Kreislauf bleiben?

Am vierten Tag präsentieren die Teilnehmenden ihre kreativen und praxisnahen Lösungsideen, nicht nur vor einer Fachjury, sondern im direkten Dialog mit den beteiligten Unternehmen.

Die Cases 2026:

  • ClimAid: Konsum, Community und Wirkung zu einem geschlossenen Kreislauf verbinden
  • gwg wuppertal: Zirkuläre Sanierung dreier Hochhäuser in Wuppertal
  • Gebrüder Jaeger: Ein austauschbarer Elastikeinsatz für Chelsea Boots und der Weg in den Markt
  • REMONDIS: Einweg-Lithium-Ionen-Batterien aus Grußkarten & Co. in den richtigen Abfallstrom bringen
Casegeber:in

ClimAid

„Denk global. Trink lokal.“ ist das Motto von ClimAid. Das Start-up aus Haan bietet lokal-leckere Limonaden und Mineralwasser an. Kurze Transportwege, Mehrweg-Glasflaschen, Verantwortung für die entstandenen Emissionen: Kreislaufwirtschaft steckt bereits im Geschäftsmodell. Pro verkauftem Kasten Limonade fließt 1 Euro in Klimaschutzprojekte in NRW. Seit der Gründung 2020 sind so schon rund 180.000 Euro für regionale Projekte zusammengekommen.

Case

ClimAid

Bisher hat ClimAid passende Projekte selbst ausgewählt, jedoch wünscht sich das Start-up eine aktive Mitgestaltung durch die Kund:innen und möchte damit eine ganze Bewegung anstoßen. Wie sieht ein Konzept aus, das Community, Initiative, Konsum und Wirkung in einem geschlossenen Kreislauf verbindet? Wie können daraus faire, transparente und lebendige Entscheidungsprozesse entstehen?

Casegeber:in

gwg wuppertal

Die gwg wuppertal ist mit rund 5600 Wohnungen die größte Vermieterin der Stadt und gestaltet die Quartiere Wuppertals mit. Im Wuppertaler Norden gehören ihr drei Hochhäuser, die saniert werden sollen und auf denen im Case der Fokus liegt. Mit dem gesamten Quartier möchte sich die gwg beim „1. Innovationswettbewerb Energiequartiere“ des Bundes bewerben. Eine der Wettbewerbsdisziplinen ist Kreislaufwirtschaft, und hier sind die Anforderungen bewusst offen.

Case

Zirkuläre Prinzipien lassen sich auf drei verschiedenen Ebenen mitdenken. Wie kann Zirkularität für einzelne Bauteile, das gesamte Gebäude oder das ganze Quartier aussehen? Wie lassen sich Erneuerungsmaßnahmen umsetzen, ohne dass die Mieter:innen während der Bauzeit aus ihren Wohnungen ausziehen müssen?

Casegeber:in

Gebrüder Jaeger

Die Gebrüder Jaeger GmbH entwickelt und fertigt textile und kunststoffbasierte Komponenten für verschiedene Branchen. Für die Schuh- und Lederwarenindustrie hat das Unternehmen einen austauschbaren Elastikeinsatz für Chelsea Boots entwickelt. Da diese Komponente am schnellsten verschleißt, verlängert ihre Austauschbarkeit die Haltbarkeit des Schuhs.

Case

Das Verbindungsprinzip, eine Kombination aus Klett- und Formschluss, funktioniert bereits, ist aber noch nicht optimiert. Hinzu kommt, dass es bislang keine Kooperationen mit Schuhherstellern gibt. Wie kann also ein Vermarktungskonzept aussehen, das Hersteller von einer Nutzung unter ihrer eigenen Marke überzeugt? Wie lässt sich das Produkt anpassen, um die Handhabung zu verbessern und inwiefern ist das Verbindungsprinzip selbst noch ausbaufähig?

Casegeber:in

REMONDIS

REMONDIS Industrie Service ist Experte für die sichere Entsorgung von Gefahrstoffen und gefährlichen Abfällen. Täglich landen Millionen Produkte mit Einweg-Lithium-Ionen-Batterien im falschen Abfall und werden so zu einem Brandrisiko. Das geht mit wirtschaftlichen und vor allem auch gesundheitlichen Risiken einher. Hinzu kommt der Verlust wertvoller Rohstoffe. Nutzende solcher Produkte identifizieren diese meist nicht als Elektrogeräte und entsorgen sie deshalb nicht richtig.

Case

REMONDIS hat bereits eine technische Infrastruktur geschaffen, um Einweg-Lithium-Ionen-Batterien zu sammeln und zu transportieren. Wie kommen Menschen überhaupt mit solch einer funktionierenden Entsorgungslösung in Kontakt? Wo lässt sich schon vor der eigentlichen Entsorgung ansetzen? Ansatzpunkte dafür können auf verschiedenen Ebenen liegen und vom Wissen der Nutzenden bis hin zur Kooperation im Handel reichen.